Neue Publikation zum Einsatz neurowissenschaftlicher Methoden in der Forschung rund um Softwareentwicklung

Analyse bisheriger Forschung rund um die Verwendung neurowissenschaftlicher Methoden in der Softwareentwicklung im Journal of Systems and Software publiziert

Mit dem Begriff „NeuroSE“ wird ein Forschungsfeld bezeichnet, welches sich mit dem Einsatz von Forschungsmethoden aus der Neurowissenschaft im Umfeld der Softwareentwicklung beschäftigt. Der Stand der Forschung in diesem Bereich wird in einem aktuellen Artikel, welcher im Journal of Systems and Software publiziert wurde, zusammengefasst. AutorInnen des Artikels sind Barbara Weber von der Universität St. Gallen, Thomas Fischer (IDB, JKU) und René Riedl (JKU und FH Oberösterreich).

Im Artikel wird der Forschungsstand basierend auf 89 analysierten Publikationen zusammengefasst, wobei 47 davon abgeschlossene empirische Studien enthalten. Die in diesen Studien eingesetzten Messmethoden aus den Neurowissenschaften reichen von Techniken zur Messung der Gehirnaktivität (z. B. Functional magnetic resonance imaging kurz fMRI, electroencephalography kurz EEG und functional near-infrared spectroscopy kurz fNIRS) über Methoden zur Messung der Herzaktivität (z. B. electrocardiogram kurz ECG), Methoden zur Messung der Leitfähigkeit der Haut (Electrodermal activity kurz EDA), bis hin zu Methoden zur Messung unbewusster Aktivität der Augen (Eyetracking).

Durch die systematische Analyse dieser Studien konnten einige Erkenntnisse zum Beitrag dieser Methoden im Bereich der Softwareentwicklung generiert werden:

  • Sie verbessern unser Verständnis vom Rolle des Menschen in der Softwareentwicklung (z. B. welche Aufgaben sind besonders schwierig für einen Softwareentwickler)
  • Sie helfen uns dabei neue Methoden und Techniken zu entwickeln, die die Softwareentwicklung unterstützen können (z. B. um das schnellere Verständnis von Code zu erleichtern)
  • Sie bieten eine weitere Möglichkeit um das Erlebnis der Nutzung von Software durch ihre Verwender zu analysieren (z. B. welche Funktionen schwer verständlich sind)
  • Sie könnten in Zukunft Teil von neuro-adaptiven Systemen werden, welche Software an den physiologischen Zustand des Nutzers anpassen (z. B. Vereinfachung der Nutzungsoberfläche, wenn eine hohe kognitive Belastung vorliegt)

Der Artikel ist open access publiziert und somit kostenfrei verfügbar. Folgen Sie diesem LINK zum Artikel.